INFOS ZUR BLINDENSCHRIFT

Die Blindenschrift (auch Punkt- oder Braille-Schrift genannt) wurde vor knapp 200 Jahren vom blinden Franzosen Louis Braille entwickelt. Das zugrundeliegende Raster besteht aus 6 taktilen Punkten, mittels deren Kombinationen Buchstaben, Zahlen und sonstige Zeichen geschrieben werden. Dabei werden sie mit mechanischen Schreibmaschinen, Druckplatten oder speziellen Druckern in festes Papier geprägt.

 

Die deutsche Blindenschrift kennt zwei Grade: die Vollschrift, bei der Buchstabe für Buchstabe umgesetzt wird, sowie die Kurzschrift. Letztere ist ein kompliziertes System von Silben- und Wortkürzungen. Die meisten Blindenschriftbücher werden in Kurzschrift produziert, da diese platzsparender ist und geübten Lesern ein rascheres Lesen ermöglicht.

 

Für Neueinsteiger in die Punktschrift besteht ein Angebot an Texten, die in der sogenannten Jumbo-Schrift gedruckt sind. Es handelt sich dabei um das übliche Braille-System, wobei der Abstand zwischen den Punkten und Zeichen grösser ist.

 

Heutzutage wird die Übertragung eines Buches in Blindenschrift am Computer erledigt. Für diesen Zweck existieren spezielle Software-Pakete, die Kürzung und Formatierung übernehmen. Dennoch müssen die Texte vor dem Druck aufwendig von Hand nachgebessert werden.

 

Auf der Basis dieses 6-Punkte-Grundrasters können auch Musiknoten, mathematische Formeln, chemische Verbindungen, altgriechische Texte - ja sogar Strickmuster geschrieben werden.

{Foto: Schautafel der Braille-Schrift}